Mit Warnstreiks und einer Demonstration haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Mecklenburg-Vorpommern ein wertschätzendes Angebot eingefordert.
„Die Auftaktverhandlung im Dezember war eine einzige Enttäuschung“, sagte Thomas Zeth, stellvertretender Vorsitzender der Bundestarifkommission des dbb, am 14. Januar 2026 bei einer Kundgebung des dbb mecklenburg-vorpommern in Schwerin. „Die Beschäftigten der Länder verdienen ein anständiges Angebot. Dass die Arbeitgeberseite so blockiert, ist ein Schlag ins Gesicht derer, die den öffentlichen Dienst am Laufen halten.“
Der dbb-Landesvorsitzende Dietmar Knecht unterstrich: „Es ist beschämend und zeugt keineswegs von Wertschätzung, dass die Beschäftigten der Länder überhaupt auf die Straße gehen müssen, um die durch den Tarifabschluss mit Bund und Kommunen im vergangenen Jahr entstandene Lücke zu schließen.“
Warnstreiks in Mecklenburg-Vorpommern
In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren die Landesbeschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. In Schwerin trafen sich zahlreiche Demonstrierende mittags auf dem Bertha-Klingberg-Platz und zogen anschließend zur Kundgebung Richtung Staatskanzlei. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro.
Mit Blick auf die bevorstehende zweite Verhandlungsrunde sagte Michael Blanck, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE M-V):
„Wenn die Arbeitgeberseite von astronomischen Forderungen spricht, die nicht erfüllt werden können, dann sagen wir sehr deutlich: Astronomisch ist vor allem die Enttäuschung – allein, wenn wir die täglichen astronomischen Herausforderungen betrachten, mit denen wir konfrontiert sind, allein, wenn wir die astronomische Mehrbelastung und die Größenordnungen der unbezahlten Mehrarbeit sehen.“
Hintergrund:
Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger.