Die Sitzung des DJG-Bundeshauptvorstands am 13. und 14. März 2026 in Königslutter am Elm stand spürbar unter dem Eindruck einer herausfordernden Zeit für den öffentlichen Dienst – und zugleich unter dem entschlossenen Willen, die Stimme der Justizbeschäftigten hörbar zu machen. Zwischen intensiver Sacharbeit, klaren politischen Botschaften und vielen starken Momenten des Miteinanders wurde deutlich: Die DJG ist bereit, sich den aktuellen Angriffen auf Beamtinnen und Beamte ebenso zu stellen wie dem permanenten Druck auf unsere Justiz.
Klare Worte gegen Beamten-Bashing
Nach einer vorbereitenden Sitzung der Bundesleitung und der Beratung des DJG-Bundesvorstands am Freitagmorgen setzte der Bundeshauptvorstand am Nachmittag mit seinen Gästen ein deutliches Zeichen. dbb-Chef Volker Geyer, unten links im Bild, nahm das aktuell in den Medien sichtbare Beamten-Bashing in den Fokus und kritisierte den respektlosen Umgang mit Staatsdienerinnen und Staatsdienern. Besonders wandte er sich gegen Forderungen, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen – politisch populär, finanziell aber langfristig teurer für den Staat als die bewährte Beamtenversorgung.
Justiz als Säule des Rechtsstaats
MdB Carsten Müller, unten rechts im Bild, stellte die Justiz als tragende Säule des Rechtsstaats heraus und machte deutlich, dass ohne ausreichend Personal, verlässliche Finanzierung und moderne Ausstattung Vertrauen in den Rechtsstaat Schaden nimmt. Im Anschluss nutzten die Delegierten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit beiden Gästen, um Anliegen aus der Praxis klar zu adressieren und die Belastungen in den Geschäftsstellen und Serviceeinheiten greifbar zu machen.
Berichte, Tarifrunden und berufliche Perspektiven
Die Bundesvorsitzenden Beatrix Schulze und Klaus Plattes zogen in ihrem Tätigkeitsbericht von 2023 bis heute Bilanz über intensive Jahre zwischen Tarifrunden, Strukturveränderungen und dem ständigen Ringen um bessere Arbeitsbedingungen in der Justiz. Spürbar wurde, wie viel ehrenamtliche Zeit, Überzeugungsarbeit und Beharrlichkeit nötig waren, um die DJG in politischen Gesprächen, Gremien und Bündnissen sichtbar und wirksam zu halten. Viel Aufwand entstand in zeitlicher und finanzieller Hinsicht für das seitens des BDR Bund der Rechtspfleger angestrengte Schiedsverfahren beim dbb beamtenbund mit dem Vorwurf, die DJG werbe unlauter um Mitglieder im Bereich der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger und untergrabe die Kompetenzen des BDR. Das Schiedsverfahren endete mit einem gut vertretbaren Erfolg für die DJG in dieser Sache.
Stellvertretende Bundesvorsitzende und Leiterin der Bundestarifkommission Karen Altmann reflektierte die TV-L-Runden 2023 und 2025/26 sowie die Neustrukturierung der Entgeltordnung und der Abschlussprüfungen für Justizfachangestellte unter Mitwirkung der DJG. Gerade die Veränderungen bei Ausbildung und Eingruppierung wurden als entscheidend für die Gewinnung und Bindung von Nachwuchs beschrieben – ein Signal an alle, die sich für eine berufliche Zukunft in der Justiz entscheiden.
Gleichstellung, Fachbereiche und Länderperspektiven
Bundesfrauenbeauftragte Bianca Korbanek setzte wichtige Akzente zu Gleichstellung, Vereinbarkeit und der Situation der DJG-Frauen. Ihre Botschaft: Gute Justiz braucht Rahmenbedingungen, die Lebensrealitäten ernst nehmen – von verlässlichen Arbeitszeiten über familienfreundliche Strukturen bis hin zu einem respektvollen Miteinander frei von Diskriminierung.
Aus Fachbereichen und Landesverbänden wurden anschließend Themen wie Digitalisierung, Personalgewinnung und insbesondere die 1:1-Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und Beamte berichtet – ein Feld, das die Länder derzeit sehr unterschiedlich handhaben. Der Bundeshauptvorstand beschloss, hierzu kurzfristig eine Pressemeldung der Bundesleitung auf den Weg zu bringen, um die Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen an eine faire und nachvollziehbare Übertragung unmissverständlich zu formulieren.
Blick auf die Marke DJG
Zum Abschluss präsentierte Klaus Zallmann, zuständig für die Unterstützung der DJG Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eine Vorschau auf die Weiterentwicklung der Marke DJG und ihrer Identität – Ergebnis eines Zukunftsworkshops im vergangenen Herbst in Königslutter. Deutlich wurde, wie wichtig ein moderner, klarer Auftritt ist, um die DJG als starke, verlässliche Interessenvertretung sichtbar zu machen – insbesondere für jüngere Beschäftigte, die ihre Gewerkschaft vor allem digital erleben.
Mit vielen Eindrücken und einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl traten die Delegierten am Samstagmittag nach einem Fazit und Schlusswort der beiden Bundesvorsitzenden die Heimreise an – im Bewusstsein, dass die DJG gerade jetzt gebraucht wird. Königslutter hat einmal mehr gezeigt, dass dort, wo Austausch, Sacharbeit und Solidarität zusammenkommen, die Energie entsteht, die es braucht, um die Justiz und ihre Beschäftigten in stürmischen Zeiten zu stärken.
Beatrix Schulze Klaus Plattes
Bundesvorsitzende Bundesvorsitzender


